Ein Veranstaltungsbericht von Praktikantin Celine

Doch wer ist Götz Aly eigentlich?
Götz Haydar Aly, geboren am 3. Mai 1947 in Heidelberg, ist ein deutscher Politikwissenschaftler, Historiker und Journalist. Thematisch konzentriert er sich auf den Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts und auf die Zeit des Nationalsozialismus, insbesondere auf die Wirtschaft und Gesellschaft des NS-Staats, die NS-Rassenhygiene und den Holocaust.
Götz Aly ist ein hochgeschätzter Autor, der mehrmals für seine Werke ausgezeichnet wurde, wie z. B. im Jahr 2018 mit dem Geschwister-Scholl-Preis.
Mit dem Buch „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945“ veröffentlichte er sein 18. und (voraussichtlich) letztes Buch als Autor.

Götz Aly erzählte viel aus seiner Jugend, wie er im Westen aufgewachsen ist und somit die Erziehung ein bisschen anders war als im Osten. Bis zu seinem 14. Lebensjahr war das Thema Nationalsozialismus für ihn nicht präsent. In den Zeitungen wurde nur über Polizeieinsätze, Sport, aktuelle Gewaltverbrechen wie Mord, Unfälle usw. geschrieben.
Eines Tages kam plötzlich das Thema Krieg zur Sprache. Es wurde dann über die eigene Betroffenheit, die Verwundung seines Vaters, das knappe Überleben und den Bombenkrieg gesprochen.
Im Alter von ca. 15 Jahren wurden seinen Klassenkameraden und ihm in der Schule die in der Schweiz produzierten Filme über das Konzentrationslager in Ausschwitz gezeigt. Dazu gab es für die Schülerinnen und Schüler allerdings keine Einordnung, keine Gespräche.
In seinen Büchern versucht Götz Aly daher die Geschehnisse im Nationalsozialismus immer einzuordnen und betrachtet sie aus verschiedenen Perspektiven.

Nach der Vorlesung gab es eine Fragerunde, wo die anwesenden Personen Götz Aly persönlich fragen konnten, was sie interessierte.
Eine Frage war: „Was ermutigte Sie die Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen?“
„Was mich ermutigte? Na ja, also, ich habe mir immer beim Schreiben meiner Bücher gedacht, dass es viele unbeantwortete Fragen gab, wie z. B. Was ist denn die Nazi-Ideologie? Wieso haben die Menschen die NSDAP unterstützt? Was dachten die Angehörigen von Menschen mit Behinderung über die „Euthanasiemaßnahmen“? (…) Das herauszuarbeiten, das hat mich ermutigt.“
Götz Aly wollte Antworten geben auf Fragen, die schwer zu beantworten sind.
Die Buchvorlesung von Götz Aly war sehr informativ, interessant und hat zum Nachdenken angeregt. Es war eine Ehre, das Buch vom Autor persönlich vorgestellt zu bekommen und seine Sicht auf die NS-Zeit kennenzulernen. Danke an Götz Aly für die Vorstellung und den Mut, diese Bücher zu veröffentlichen.

„Götz Aly betonte, dass sich Geschichte zwar nicht wiederholt – Ausgrenzung aber jederzeit entstehen kann. Er erinnerte daran, wie schnell Menschen demokratische Werte aufgeben können, wenn Angst, Unsicherheit oder Hoffnungslosigkeit überwiegen. Diese Botschaft war vielen Gästen besonders wichtig und blieb im Raum spürbar.“ (SFZ Unternehmenskommunikation)

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